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Haben Sie ein Handy?

Natürlich haben Sie das. Statistisch betrachtet haben Sie sogar 1,3 mobile Endgeräte wie es so schön heißt. Diesen Wert hat zumindest die Bundesnetzagentur ausgerechnet und er beschreibt die Anzahl der im deutschen Markt verbreiteten SIM-Karten bezogen auf die Einwohnerzahl.

Nun ist die Gerätevielfalt kaum noch überschaubar. Es gibt Slider, das sind die Dinger mit denen ich die Tastatur zuschieben kann, Klapp-Handys zum Zuklappen der Tastatur, die neueren Smartphones mit berührungsempfindlichem Bildschirm und die ganz klassischen Barren-Handys, die zumindest früher mal aussahen wie ein Hundeknochen. Und je mehr Handys es gibt, desto mehr Probleme machen sie.

Ich habe beruflich unter anderem mit Call-Centern zu tun, habe mich dort auch schon selbst ans Telefon gesetzt und manch Skurriles bis Erstaunliches erfahren. Ich wusste schon, das kein Anrufer sich dort meldet, um Danke zu sagen, sondern um seine Probleme loszuwerden und das heißt ein der Regel BESCHWERDE. Ich kann Ihnen versichern, wir sind in diesem Land besonders gut in BESCHWERDE. Meldet sich der Kunde eines Mobilfunknetzbetreibers, so dreht sich sein Anliegen in den meisten Fällen um die Rechnung: „Ich habe doch einen Inklusiv-Tarif.“ oder „Diese Nummer habe ich nie gewählt!“. Nun können grundsätzlich ja überall Fehler passieren, bei der Gesprächserfassung, der Rechnungstellung ..., aber eben auch beim Besitzer des Handys. Letzteres wird gerne übersehen, wenn sich Verbraucherschutzorganisationen, investigative oder populistische Medienformate für den kleinen Mann stark machen. Da hilft es offenbar auch wenig, mehrfach gespeicherte Daten zur Gesprächsführung der Behauptung entgegenzustellen: „Ich habe diese Nummer nicht angerufen.“ Das Stück heißt „David gegen Goliath“ und nachweisbare Tatsachen stören nur die Dramaturgie.

Terminator Rebellion der Maschinen

Ich dachte, es sei noch etwas hin, aber wir leben offenbar schon in einer Zeit in der die Maschinen die Macht übernommen haben zumindest wenn man einigen Handybesitzern Glauben schenken will. Da soll das eigene Handy selbständig, d.h. ohne Zutun eines Dritten, telefoniert haben. Abgesehen von der Tatsache, dass die bei vielen Modellen sich automatisch einschaltende Tastensperre solches Begehren unterbinden sollte, wollte ich als rational denkender Mensch dann doch einmal wissen, wie hoch denn das Risiko für solch unbeabsichtigte Telefonate sein kann. Den in manchen Blogs als Hosentaschenverwähler bezeichneten Fall, habe ich mit den Mitteln der Kombinatorik nachstellen lassen. Da meine Kenntnisse der Wahrscheinlichkeitsrechnung schon reichlich Staub angesetzt haben, sollten das natürlich unabhängige Experten übernehmen (siehe auch: Hosentschen Verwähler.

Resultat: „ ... Somit ist die Wahrscheinlichkeit eine erfolgreiche Verbindung aufzubauen fast gleich wie die für einen 6er im Lotto 6 aus 49, nämlich ca. eine von 10 Millionen.“

Das Ergebnis passt wiederum nicht in die altbekannte Dramaturgie David gegen Goliath und wird vermutlich bestenfalls ignoriert bis verteufelt werden, frei nach dem Motto: Was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Einer solchen Haltung ist mit sachlicher Argumentation nicht mehr beizukommen. Allen anderen werde ich zu Ihrem 6er im Lotto gratulieren, wenn ich das nächste Mal wieder am Telefon sitzen sollte.

Hinzugefügt am 08.11.2011 - 12:10:26 vom HeP
Kategorie: Lifestyle Tags: hosentaschen-verwaehler   nummer-angerufen   unabsichtlich-nummer-gewaehlt
 
 
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